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Der Zweite Blick

Wenn Mutter weint im Dämmergrau,
ihr Herz so schwer wie Stahl,
dann lauscht im Wind ein fremder Hauch,
ganz stumm und ohne Zahl.

Ein Flüstern zieht durchs Wolkenband,
ein Seufzen durch das Tor,
ein Blick der aus dem Nichts entstand,
und sich darin verlor.

Und wo das Licht der Welt noch fern,
wo Träume weit und groß,
da wächst im Herz ein zweiter Zorn,
nicht wild, nur grenzenlos.

Er kennt kein Licht, doch liebt das Glühn,
er kennt kein Leid doch weint,
wenn Nachts im leib die Schatten blühn,
bis eins in andere scheint.

Ein Kind erwacht, die Welt ist neu,
sein Blick schon alt wie Stein,
und wenn du lauscht beim Morgentau,
spricht manchmal es allein.

Es redet nicht vom Kinderspiel,
es kennt der Flammen Macht,
es flüstern von der Schatten Ziel,
und lauscht wenn niemand wacht,

Drum fürchte wohl den zweiten Blick,
den Schatten und den Schein,
das Flüstern geht niemals zurück,
das Kind ist nie allein.